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Newsletter Februar 2026

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‍    Newsletter Februar 2026

«Tassla», «Hachlu» und «Knorrli»

Wussten Sie, wer den «Knorrli» erfunden hat, das Maskottchen der ehemaligen Firma Knorr, heute bei Unilever? Ein Walser: Hans Anton „Hansantuni“ Tomamichel (1899-1984) aus Bosco Gurin.

In diesem Winter kommt der Grafiker und Künstler zu musealen Ehren. Das „Musec“, das Museum der Kulturen in Lugano, zeigt Teile seines Lebenswerks im Rahmen der Ausstellung „Arte Walser – die Tradition von Bosco Gurin“ (noch bis 1. März 2026). Schwerpunkt bilden die kunsthandwerklichen Vermächtnisse der freien Walser: eine „Hachlu“ für das Karden von Schaf- und Ziegenwolle, viele verschiedene „Holzcheschtschi“ und eine Vielzahl „Chenduchäppi“, Rätschen und „Tassla“, hölzerne Besitzmarken mit runenähnlichen Symbolen. Und mehr als ein Dutzend Holzstäbe für das Spinnen (wals. „Chüachlu“) erinnern an das Handspinnen der Walserinnen, die das Hand-Werk offenbar auch mit dem chüechle in der Küche verglichen. Von daher die Namensgebung.

Hauptinitiant des Guriner Walser-Museums war ebenfalls Tomamichel, der das Dorf schon in jungen Jahren Richtung Zürich verliess, ihm aber immer verbunden blieb. Sein grösster beruflicher Erfolg ist die Figur „Knorrli“. In Anlehnung an den Haferbrei anfänglich „Knorritsch-Maa“ (in engl. Porrige) genannt, wurde „Knorrli“ zur unverkennbaren Schweizer Marke, zu einem Sympathieträger, der es von der Haferflockenpackung über „Aromat“ und „Stocki“ direkt in die Herzen der Schweizer Bevölkerung schaffte. Das rote Zwergli wurde zum wohl berühmtesten Schweizer Maskottchen. Nur Mickey-Mouse und Ronald McDonald laufen der Knorr-Ikone den Rang ab. Der Alpensagen nachempfundene Wichtel füllte den Firmennamen mit Lebenswärme und übertrug die Sympathie auf Marke und Unternehmen. Nicht Knorr präsentierte ein neues Produkt, sondern «Knorrli».

Tomamichel arbeitete nicht nur für Knorr, sondern auch für Nestlé, Peter, Cailler & Kohler („Fip und Fop“), für Ulmer &Knecht („Ulmer Knechtli“), für „Globus“ mit der Reihe „Grosse Schweizer Frauen“ (1941) und „Frauen am Aufbau der Welt“ (1946). Zu seinem künstlerischen Nachlass zählen 60 Sgraffiti, davon mehr als ein Dutzend in Bosco-Gurin. Siehe dazu die beiliegende KulTour von Vorstandsmitglied Bruno Glaus in der „Linthzeitung“.

Der Vorstand bittet euch, schon heute die folgenden Daten vorzumerken:

Samstag, 30. Mai 2026, 10.30 Uhr: Mitgliederversammlung in St.Martin
Samstag, 06. Juni 2026, 9.00 Uhr: Arbeitstag St. Martin (Anmeldung erwünscht: 079 336 55 29)
Sonntag, 16. Aug. 2026, Kulturtag, Ausflug ins Walserdorf Schlappin (Details folgen!)

Wir wünschen Euch sonnige Wintertage und viel Vorfreude auf den Sommer im Calfeisental.

Euer Vorstand

Dorfansichten von Bosco Gurin mit Sgrafitti und Walsermuseum
Cornelia Pfiffner, Tochter des «Knorrli-Erfinders» und Guriner Künstlers Hans Tomamichel
«Tassa», Walser Tiermarken.